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Fresh Beats From Down Under: Chet Faker

Ja, es wird endlich mal Zeit euch einen ganz großen von der australischen Insel vorzustellen: Chet Faker! (Und Nein, nicht dieser oberkrasse Jazztrompeter. Den schreibt man mit B.) Es geht um den Kerl mit den Holzfällerhemden und dem rostbrauen Vollbart, den man meistens hinter seinen Rhodes sitzen sieht. Hinter der Fassade des rustikalen Hipsterkerls verbirgt sich ein einfühlsamer Singer/Songwriter, der nebenbei auch gerne mal ein paar Beats an seiner Mpc bastelt. Der junge Familienvater wurde berühmt durch sein wunderbares Cover von “No Diggty”, welches zusammen mit sechs weiteren Tracks auf seinem Mini- Album “Thinking in Textures” erschien.

Durch dieses Cover, das sich rasend schnell im Internet verbreitete, wurden schnell die Booking Agenturen auf ihn aufmerksam! Jetzt tourt er mit seinen sieben Tracks durch die Welt! Auf seinem Konzert im Kesselhaus sagte er selbst : “It’s such a pleaurse that you all came out, just to hear my seven tracks!”
Er selbst bezeichnet sein Gerne als “Future Beat ” kombiniert mit Modern Soul Einflüssen. Seine Produktionen sind elektronisch, mit einem leichten Hang zum HipHop, doch immer mit einer klaren Songstruktur. Eben keine Partybanger, keine einfachen Beats, sondern modern produzierte, sentimentale Popsong mit textlicher Tiefgründigkeit.
Auf der Bühne legt er wert auf Live-Performance und spielt mit seiner Band wunderbare, neu interpretiere Live-Versionen seiner Studioproduktionen und obwohl er sich, wie erwähnt, meistens hinter seinen Rhodes versteckt, hat er, abseits von Rampensau-Allüren, eine ganz außergewöhnlich selbstverständliche Präsenz auf der Bühne.

Er ist der Produzent, der gut durchdachte moderne Produktionen in seinem Kämmerchen bastelt, doch auch der Musiker, der sagt, dass das Zusammenspiel von verschiedenen Musikern, an einem bestimmten Ort, in genau einem Moment, eine ganz andere Tiefe erzeugt, als eine durch produzierte Studioproduktion.
Aus diesem Grund performte er zuletzt ein paar Tracks von seinem Album, live mit seiner Band in einem ganz besonderen Setting: der alten Newstead Butter Factory. In diesem Rahmen entstand unter anderem auch das wunderbare Cover von Burials “Archangel”:

Ist er nicht gerade im Studio, auf der Bühne, oder bei einer Session, treibt er sich auf den Straßen herum und nimmt mit seinem Field-Recorder ganz simple, doch oft auch lustige Dinge des Alltags auf. Dabei entstehen Aufnahmen wie: “Mushrooms at 5am” oder “Spring Loaded Cupboard Door ” Viele dieser Field- Recordings finden auch auf Tracks seines Albums Verwendung. Wie zum Beispiel die Stimmen von spielenden Kindergartenkindern am Ende von”No diggity”.
Aus einer Aufnahme entstand sogar ein kompletter, bisher unveröffentlichter Track mit dem Titel “Switzerland”
Weiter Aufnahmen und Infos dazu findet ihr hier.

Ansonsten hängt er viel mit seinem Kumpel Flume ab, welchen ihr zu Beginn der “Fresh beats from Down under Reihe” kennengelernt habt. Beide waren zusammen auf Australien-Tour und auch auf dem australischen Nummer 1 Album “Flume” hat Chet Faker bei dem Track “Left Alone” mitgewirkt! Vor kurzen brachten sie zusammen eine 3-Track-Ep mit dem Titel “Lockjaw” heraus. Eine simple doch wunderbare Verbindung: Flume an den Beats, Chet an den Vocals. Wobei letzterer sicher auch bei den Produktionen seine Finger mit im Spiel hatte. Zu dem Ep-Headliner “Drop The Game” erschien außerdem ein wunderschönes Video, in dem der geniale Street Dancer Storyboard P, elegant und ausdrucksstark durch die Straßen von Brooklyn bewegt. Zitat von Chet Faker: “Storyboard P kills it in this clip!” Anschauen lohnt sich:

Flume & Chet Faker – Drop The Game from Lorin Askill on Vimeo.