HAZE_22_Blog

Friendship is my Russendekadenz Fr. 25.10. @YipYab

Als meine Professoren damals meinten, dass ich ein Arschloch wäre und dass ich es nie zu etwas bringen würde, hatten sie nur teilweise Recht. Ich brachte es zu einer Menge. Ich hatte dazu schlicht zwei meiner Schlüsselqualifikationen verbunden:

1. Meinen krankhaften Medienkonsum und 2. Meine Faszination für manipulative Werbeangebote.
Der Verfasser dieser Zeilen ist der erste Mensch der Erde der den sogenannten Wallstreet Trick, Spam Nr. 1 in nahezu jedem Online-Film-Portal bis zu Ende angesehen, angewandt und es so zu sagenhaften Reichtümern gebracht hat. (»600€ in 4 Stunden. 4261€ in 3 Tagen..« Ihrwisstbescheid.)

25 und unabhängig. Reich. Nicht »reich« wie in »Im-McDonalds-einen-Big-Mac-einzeln-bestellen-und-eine-große-Cola-dazu-mir-egal-ob-das-mehr-kostet-als-im-Menü-ich-hab-einfach-keinen-Bock-auf-Pommes« sondern »reich« wie in »LOL-es-gibt-Scheine-die-NOCH-kleiner-sind-als-50-Euro?!«.

Ich begründete damit eine finanzwirtschaftliche Ausnahmeerscheinung, den sogenannten »MarcoMasterplan’schen Zinstornado«. Kurz gesagt: Das Gebäude der Europäische Zentralbank ist nun theoretisch obsolet. Da sich sämtliche im Umlauf befindlichen Euroscheine binnen kurzer Zeit wieder in meinen Besitz zurückkehren, könnte man die Direktion der EZB genauso gut in meinem Poolhaus unterbringen.

Ich verlor meine Freunde noch innerhalb der ersten 3 Monaten meines neuen Lebens. Neid und Missgunst machten sie blind für die Tatsache dass ein Mann meines Formats sich fortan unmöglich mit ihren kleinen Träumen und Problemen aufhalten konnte.

Es gibt kein »WIR« in »GELD«, aber ein »ICH« in »REICHTUM«. Fertig.

Sobald bekannt wurde dass ich das reichste Säugetier der westlichen Hemisphäre war, erreichte mich eine Springflut an Anschreiben aus der ganzen Welt. Man bat mich um Spenden, Darlehen und Kredite für anstehende Operationen. Den Bau von Kinderdörfern und Charités, Gartenlauben und Autoreparaturen. Ich tat das einzig Richtige. Ich liess die ulkige Stimme aus den TV-Total Beiträgen sämtliche Bittstellerbriefe vorlesen, machte einen Youtube-Channel und beteiligte die Absender mit 5% an den Klick-Einnahmen.

Ich hatte Wichtigeres zu tun. Welchem Ziel sollte ich mein Leben verschreiben?
Was sollte einmal meine Hinterlassenschaft an die Nachwelt sein? Jetzt wo ich und meine Nachkommen auf alle Zeiten abgesichert waren – worin lag der Sinn meines Lebens? Ich häufte kostbarste Besitztümer an. Pelzmäntel, so fertigungsneu und exklusiv, wenn ich meine Hände flach auf das schimmernde Fell legte, spürte ich noch den Puls des knopfäugigen Vorbesitzers. Die Uhr an meinem Handgelenk sah aus wie eine Tunerfelge mit Lederarmband. Ich hortete einen wahren Piratenschatz an Goldketten und als selbst das nicht mehr genug war, verchromte ich kurzerhand meinen kompletten rechten Arm.

Die Leere blieb.

Ich schuf Kultur. Ich liess ein Laiendarsteller-Ensemble die Schlüsselszenen aus »Der Talentierte Mr. Ripley« nachstellen. Versuchte vergebens Jane Austens »Stolz und Vorurteil« bis zu Ende zu lesen.
Ich stellte ein ungedecktes Budget für die erbarmungslose Verfolgung und Bekämpfung sämtlicher Pantomimen der Erde.
Ich beauftragte einen Stab führender Genetiker mit der Schöpfung des großartigsten Tieres der Erde und wurde so Ziehvater des weltweit einzigen WombAla™ – einer spektakulären Kreuzung aus Wombat und Koala. Ich nannte ihn Tyrell.

Auch das half nicht mich zu täuschen. Die Leere blieb.

Ich bereiste die Erde. Verwüstete eine öffentliche Toilette in jedem Land der Welt. Verdrosch einen Königspinguin. Verlor mein Herz an Frauen so zart, jung und unschuldig, dass ihre Halsbeuge quasi noch nach Plazenta duftete. Ich leistete Entbindungshilfe bei einer Panda-Geburt mit Steisslage doch es half alles nichts: Die Ängste mein Leben mit Nichtigkeiten zu verschwenden fraßen mich allmählich von Innen auf.

Ich kehrte zurück nach Hause als gebrochener Mann. Ich schlich mit leeren Augen durch mein Haus, kramte mein altes MacBook heraus, klappte es auf und sah mir zum ersten Mal seit langer Zeit wieder das Video des Wall-Street-Tricks an. »600€ in 4 Stunden. 4261€ in 3 Tagen.. 65738-«. Die monoton vorgetragenen Zahlenkolonnen schienen mich nunmehr zu verhöhnen. Inmitten dieser Schmach spürte ich plötzlich den fordernden Biss kleiner Zähnchen am Knöchel. Tyrell. Gehorsam langte ich zu ihm herunter und begann ihn mit kreisenden Bewegungen hinter den flauschigen Ohren zu kraulen, so lange bis sein wohliges Keckern endlich die Stimme aus den Laptopboxen übertönte. Ein Segen. Aber konnte es so einfach sein? Eigentlich ja. Tyrell war quasi mein Sohn. Mein Erbe. Meine Lebensaufgabe. Die Welt gehörte mir und ich würde sie ihm eines Tages besser hinterlassen als ich sie vorgefunden hatte. Keine Zweifel sollte mich fortan aufhalten. Ich würde alles erneuern. Höchste Zeit dass jemand ein erträgliches Remake von »Stolz und Vorurteil« schuf.

Mit gemischtrassigen Wrestlern.


☞FRIENDSHIP IS MY RUSSENDEKADENZ
☞Spiel & Spaß mit Wertgegenständen
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☞ Hip Hop || Bass
☞ Fr. 25.10

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