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HAZE mietz…MNFKTR

Wir stellen vor: Die klugen Jungs von Manufaktur haben ihr erstes Album fertiggestellt. Releast wird es unter Pauken und Trompeten am Sonntag den 31.03. im Kong. Ihr erstes Video ist dann auch fertig. Alles Gründe genug, die Beiden zu einem Interview einzuladen.

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Haze: Wo in der Elektronischen Musik würdet Ihr euch selber einbauen?

MNFKTR: Wir sind auf jeden Fall im Genre Dubstep zuhause, sehr UK beeinflusst. Oder: Von den meisten Sachen die aus England kommen. Es gibt mittlerweile auch Dubstep-Sound, der uns selbst gar nicht mehr taugt und den Namen auch so ein bisschen in den Dreck gezogen hat. In Folge davon sind viele Leute erstmal abgeschreckt, wenn man sagt, man sei Dubstep-Produzent.

Haze: Inwiefern meint Ihr, dass diese ganzen Skrillex und Co-Dudes das gesamte Dubstep-Genre in den Dreck gezogen haben?

MNFKTR: Ich sehe da ganz starke Parallelen zum Hip Hop. Der ist auch mit den Jahren immer mehr verkommen, aber es gibt immer wieder neue, aktuelle Sachen die was frisches bringen. Oder auch Leute die alte Sachen nachmachen, aber irgentwie greifbar machen. Joey Badass zum Beispiel, der ist neunzehn, macht aber Sound wie vor 15 Jahren.
Beim Dubstep ist das ähnlich. Wenn man sich nicht näher mit einem Genre beschäftigt, bekommt man eben nur das mit was an der Oberfläche schwimmt. Was leider, durch unseren Zeitgeist bedingt, alles Plastik ist.
Die Wurzeln von Dubstep sind ja die jamaikanischen Auswanderer in England, die Reggea mit elektronischer Musik vermischt haben, aber was da heutzutage im kommerziellen Sinne da passiert, ist schon eine Vermischung von Goa, Drum and Bass, Techno und Kreisch-Shit.

Haze: Jetzt von der anderen Seite betrachtet, was haltet ihr davon, dass Leute wie Joy Orbison diesen Dub-Vibe mit in das House Genre packen?

MNFKTR: Auf jeden Fall interessant! Es gibt ja immer mehr Leute, die das machen. Auch in England. Da gibt es alteingesessene Dubstep-Produzenten, die immer mehr zu den 4/4 finden und trotzdem Dub-Elemente einfließen lassen.
Das ist wichtig, weil man dadurch mehr Leuten die Musik zugänglich macht. Auf so einer Party kann es passieren, dass Leute, die nur auf Electro weggehen und die straighten Dubheads sich begegnen und sich das Ganze vermischt.

Haze: München hat eine extrem kleine Szene was euer Musikgenre angeht. Denkt Ihr es wäre einfacher in einer anderen Stadt?

MNFKTR: Schwer zu sagen. Das hätte man ausprobieren müssen, aber in München ist es auf jeden Fall nicht leicht. München wird mittlerweile direkt mit House-Musik verbunden.
Es gibt in keiner deutschen Stadt eine wirklich große Dubstep-Szene, wird’s wahrscheinlich auch nicht geben. Es gibt in München, bis auf einzelne Veranstalter, keine wirkliche Szene die dahintersteht.

Haze: Woran liegt das? Warum sind die Münchner weniger interessiert daran, andere Dinge zu konsumieren?

MNFKTR: Viele wollen einfach das haben, was sie immer gehabt haben. Sie wollen gar nicht überrascht werden. Es ist meist nicht mehr primär entscheidend, was für Musik gespielt wird, sondern dass Begleitmusik läuft. Wir würden uns wünschen, dass die Leute offener für andere Genres und Rythmen wären.

Haze: München ist eine sehr harte Stadt, in dem Sinne dass alles sehr teuer ist und die Leute dementsprechend viel und hart für ihr Geld arbeiten müssen. Glaubt ihr das könnte ein Grund sein, der viele davon abhhält sich mit neuer Musik und neuen Formen von Veranstaltungen zu beschäftigen?

MNFKTR: Absolut. Die Leute wollen Freitag Abend kein besonderes Sounderlebnis, sondern lediglich die Woche vergessen, sich wegballern und paar Leute treffen. Man hat keine Kraft und Motivation mehr sich mit den Dingen auseinanderzusetzen.

Haze: Mehr zu Eurer Musik: Ihr benutzt viel dieser orientalischen Klänge, woher kommt dieser Einfluss?

MNFKTR: Was uns besonders interessiert, ist die Freiheit, organisch viel zu machen. Facettenreichtum, obwohl das alles Loops sind. Der rote Faden des Albums, diese orientalischen Sounds und Gesänge hatten einfach das Feeling das zu unserm Sound gepasst hat. Die Melodien sind komplexer gestrickt, da sind mehr Ebenen und Flächen drin.

Haze: Wie wird das neue Album? Viel Experimente oder immer der selbe BPM-Bereich?

MNFKTR: Im größten Teil bewegen wir uns auf altgedientem Terrain. Tracks, die wir auch Live als Set spielen werden. Aber einige Tracks werden experimenteller, die kann man so Live nicht unbedingt spielen. Der rote Faden, die orientalischen Klänge, bleiben aber bestehen.
Es gab ja eine relativ lange Schaffensphase. Mit einigen Tracks haben wir vor zwei Jahren angefangen, die anderen sind vor einem Monat entstanden. Das wird ein Produkt, das wir jetzt abschließen, was enorm wichtig ist für uns. Wir entwickeln uns in neue Richtungen, schauen was es noch so gibt. Wir legen das jetzt ab, um den Kopf frei zu machen und Platz für Neues zu schaffen.

Haze: Was kommt als nächstes?

MNFKTR: Es wird relativ zeitnah noch eine kleine EP geben, die sich aber in eine andere Richtung bewegen wird. Wir produzieren ja auch jeder für sich, auf der einen Seite als Produzent für Hip Hop Beats und auf der anderen Seite mehr in die Richtung, die als Post-Dubstep deklariert wird. Auch hier werden Sachen folgen.

Haze: Ihr habt aber kein Label. Ihr produziert alles in Eigenregie?

MNFKTR: Es läuft alles auf Eigeninitiative hinaus. Das Album wird auch komplett von uns vertrieben. Erstmal unter kleiner Auflage als CD und dann natürlich als Download.
Wir hatten natürlich von vielen Seiten Unterstützung, zum einen vom ISOfIVE-Fotografenkollektiv, mit denen wir das Video zum Titeltrack „Desert Trip“ gedreht haben, Tobias Schröckenbauer der uns beim Mischen geholfen hat und zum anderen vom Bürgermeister der für uns die Releaseparty im KONG organisiert hat.

Die Jungs von der MNFKTR präsentieren ihr neues Werk am Ostersonntag, dem 31.3. im Kong. Im Rahmen der Party wird auch erstmalig ihr neues Video zu Desert Trip präsentiert. Wir gehn hin, koste es was es wolle!

Checkt hier auch noch den Mix, den sie für die Sendung Bassport gemacht haben.