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HAZE miez… Darkstar

Darkstar sind back! Nachdem sie 2010 mit ihrem Album ‘North’ Maßstäbe für ein neues Genre namens ‘Post Dubstep’ gelegt hatten, war es erst einmal lange ruhig um das Trio aus London. Das neue Album ‘News From Nowhere’ erschien am 5. Februar auf Warp und wurde durch die Bank von den Kritikern abgefeiert.
Ihre aktuelle Tour führte sie auch nach München, wo sie vor ihrem Auftritt im Münchner Orange House vergangene Woche ihren ganz persönlichen Method Man Moment erleben mussten. Trotz berechtigter Empörung über die Bayerische Exekutive habe ich einen recht entspannten James Buttery, den Sänger der Band, kurz vor dem Gig zum Interview getroffen.

Haze: Als erstes muss ich dir eine typische Fan-Frage stellen: Warum mussten wir drei Jahre auf ein neues Darkstar Album warten?

James Buttery: Das Album sollte eigentlich schon letztes Jahr herauskommen, aber noch während der Aufnahmen habe ich mir bei einem Unfall das Kreuz gebrochen und das hat alles ziemlich verzögert. Ich musste eine lange Zeit ins Krankenhaus… mein Fehler.

Haze: Oh Gott. Das klingt schmerzhaft! Was ist passiert?

James Buttery: Bei den Aufnahmen hatten wir diesen Van für unser Equipment und als wir das Zeug eines Abends ausgeladen haben, bin ich einen Schritt zu weit rückwärts gegangen und heruntergefallen. Dabei habe mir das Kreuz gebrochen, es ging total schnell, wie ein Fingerschnipp, ein ziemlich komischer Moment.
Jetzt ist aber alles wieder gut, außer dass ich einen Zentimeter kleiner bin als vorher.

Haze: Das fällt bestimmt keinem auf. Ich dachte erst, dass der Song ‚Amplified Ease’ vielleicht damit zu tun hätte. Immerhin singst du da „ I’m just fine on my own, don’t complain!“

James Buttery: (lacht) Du meinst, dass wir uns zurückgezogen hätten? Ach so, nein eigentlich ja eher das Gegenteil.
Nach meinem Unfall haben wir dann aber tatsächlich ziemlich viel neues Material geschrieben und dann ungefähr die Hälfte des Albums neu aufgenommen. Das war im Endeffekt sogar besser für uns, weil wir jetzt echt zufrieden sind mit dem Ergebnis und ich glaube, wenn wir es zum eigentlichen Releasetermin fertig gehabt hätten, wären wir nicht so glücklich mit der Platte, wie wir es jetzt sind.

HAZE: Was habt ihr verändert?

James Buttery: Wir haben vier Tracks ausgetauscht und das Feeling auf der Platte ist jetzt anders. Durch die zusätzliche Zeit konnten wir einen Schritt zurück treten und die Platte aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Obwohl ich nicht an Gott glaube könnte man sagen, dass es Gott war, der eingegriffen hat, weil die Platte einfach noch nicht fertig war. Aber du hast recht, wir haben schon ziemlich lange für das Album gebraucht. Wie heißt es so schön? Good things come to those who wait.

Haze: Euer erstes Album ‘North’ ging ja noch ziemlich stark in die Post Dubstep, UK-Richtung, auf ‚News From Nowhere’ hat man eher den Eindruck, dass es ein sehr elektronisches Singer-Songwriter Album ist. Würdest du mir das zustimmen?

James Buttery: Ich denke das liegt vor allem daran, dass die Band von zwei auf drei Personen angewachsen ist. Klar verändert man sich dann, in dem Fall war es dadurch, dass ich zur Band dazu gekommen bin. Auf unserem ersten Album habe ich ja nur gesungen und keine der Songs geschrieben. Auf ‘News From Nowhere’ habe ich recht viele Songs geschrieben.
Auf der anderen Seite war der Wandel ein ganz natürlicher Prozess, wir haben viel experimentiert, haben eine Reise unternommen und die Platte ist sozusagen das Ziel dieser Reise gewesen.

Haze: Apropos Reise, ihr habt das Album ja nicht in London aufgenommen, sondern seid aufs Land gefahren…

James Buttery: …das stimmt. Wir sind nach West Yorkshire gefahren, wo Aiden (Whalley anm. d. Haze) und ich herkommen. Es war ein bisschen, wie nach Hause kommen und ganz anders als London – deswegen auch der Titel ‘News From Nowhere’. Aufgenommen haben wir das Album dann in einem kleinen Studio in Leeds.

Haze: Ich mag das auffällige Artwork der Platte mit der bunten Blumencollage. Kannst du mir darüber etwas erzählen?

James Buttery: Das hat ein Typ namens Ed Crombie aus London gemacht. Mit ihm war es wie bei allen Personen, die in dem Prozess beteiligt waren. Wir haben niemandem genau gesagt, was sie machen sollen, sondern jedem nur die Aufgaben gegeben, in denen sie am besten sind – so dass sie etwas von sich selbst einbringen konnten. Für das Artwork haben wir ihm nur vorgegeben, dass es leuchtend und bunt sein soll, vielleicht ein bisschen psychedelisch. Er hatte dann die Idee mit den Blumen, die ich sehr gut finde.

Haze: Danke für das Interview!

Hier könnt ihr in ‘News From Nowhere’ reinhören:

Bildquelle: www.warp.net