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Kampf der Königinnen

Ein schwarz-weißer Dokumentarfilm über traditionellen Kuhkampf im Schweizer Kanton Valais? Nicolas Steiner, der 29-jährige Regisseur und Dokumentarfilmstudent aus Ludwigsburg, zeigt uns, dass wir alle keine Ahnung haben, was wirklich cool ist! Beat Brantschen, der lässigste Kuhflüsterer den die Welt je gesehen hat. Mit tausend Lachfälltchen um die Augen und einem Rauschebart, der Karl Marx vor Neid erblassen ließe. Oder die Mopedgang der halbstarken, aber tödlich süßen Schweizer Dorfjugend, auf der Suche nach ihrem facebook-Date? Der originale Soundtrack von John Gürtler und Jan Miserre? Wahrscheinlich sind es Dominga und Shakira, zwei erstklassig massive Kampfkühe! Jede bringt locker 600 Kilo auf die Waage und erinnert in ihrem Körperbau eher an einen ausgewachsenen Stier. Tanzen können sie beide.

Das Schwarz-weiß funktioniert nicht nur erstaunlich gut, es gibt den Film, dank Markus Nestroy perfekter Bilder und einem gelungenen Schnitt, eine spielfilmhafte Ebene. Viele Momente funktionieren dadurch noch besser, sind noch konkreter, schärfer, witziger. Man denkt an Rodeo und Cowboys im Western – und dann kommt wieder diese Musik und man ist irgendwie daran erinnert, dass Kühe in Indien ja heilig sind.

Das Heppel & Ettlich zeigt im Rahmen seiner “Kino im Theater” Reihe ab Mittwoch Heimatfilme, die so ganz anders sind, als man sich das konventionell vorstellt. Freitag ist Kampf der Königinnen dran, in Anwesenheit des Regisseurs. Als Vorfilm wird sein mehrfach preisgekrönter Kurzfilm Ich bin’s Helmut von 2009 zu sehen sein. Ein ungewöhlicher, kleiner Spielfilm, der es schafft melancholisch und witzig zu gleich zu sein. Lasst euch überraschen!

Bildquelle: cineworx.ch